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Presserechtliche Lösungsvorschläge zur inneren Kündigung von Herzogin Meghan und Prinz Harry als Senior-Mitglieder des britischen Königshauses

 

Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen als Senior-Mitglieder der britischen Königsfamilie zurücktreten. Offizielle Begründung: sie wollen ihr eigenes Einkommen verdienen. Das dürfte bei beiden schon jetzt ausreichen, um sofort in Rente zu gehen. Harry hat 30 Millionen Pfund und Meghan dürfte als ehemalige Hollywood-Darstellerin ebenfalls einige Millionen auf dem Konto haben.

Beide sind noch relativ jung und beide sind Power-Persönlichkeiten. Harry hat durch seine Militärlaufbahn sehr intensiv anstrengende Zeiten erlebt und als Darstellerin in einer US-Soap, die jahrelang gute Quote brachte, musste Meghan ebenfalls über einen langen Zeitraum topfit sein. Beide strotzen vor Energie. Ihre Vorstellungen einer multiethnischen Gesellschaft haben sie in Interviews vorgestellt. Sie wollen die Welt verändern oder zumindest Großbritannien sozial attraktiv machen. Jung, dynamisch, etwas sexy, glücklich, zukunftsorientiert etc. so könnte man das Sussex-Paar beschreiben. Unabhängig davon, dass sie nicht das Thronfolgerpaar sind, das sich eher konservativ gibt, sind Harry und Meghan extrem beliebt in England, in Europa und in der ganzen Welt.

Manche britische Medien kürten Meghan zur Influencerin des Jahres 2019. Da hat sie einige Personen in der britischen Königsfamilie im Eiltempo überholt. Diese dürften „not amused“ sein. Das Diana-Dilemma.

Doch Meghan bereitet nicht nur ihren Erfolg selbst vor, sie steuert auch ihren Misserfolg selbst konsequent an. Bis zu ihrer Hochzeit gab sie vor, sich möglichst systemkonform zu verhalten. Bereits beim ersten Auftritt nach der Hochzeit schrieben deutsche Boulevard-Medien von einem Protokollverstoß. Diese Missachtung des Hofprotokolls ging ständig so weiter. In den ersten Monaten nach der Hochzeit gab es keinen Auftritt von Herzogin Meghan, bei dem spitzfindige Journalistinnen und Journalisten keinen Verstoß gegen das Protokoll registrierten. Das geht nicht. Wenn man eine Rolle übernimmt, dann muss man sie auch spielen. Man muss den Text lernen, die Körpersprache einüben und die Garderobe muss passen. Das müsste Meghan als ehemalige Hollywood-Schauspielerin wissen. Misst man sie daran, würde sie keine exzellenten Noten bekommen. Man würde ihr Aufbegehren gegen die Regie anlasten müssen. Meghan bleibt selbst hinter den Erwartungen zurück, die man an sie aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation stellen kann.

Meghan beschwert sich. Sie beschwert sich bei Harry, dass ihr verkorkstes Familienleben von ihrer gesamten Herkunftsfamilie ausgeschlachtet wird. Harry glaubt ihrer Darstellung, sie hätte nie eine richtige Familie gehabt. Doch nun macht Meghan, die vermutlich die treibende Kraft hinter der inneren Kündigung der königlichen Bande ist, genau das Gleiche mit der Familie ihres Ehemannes. Sie zerreißt einfach die Bindungen, um ihre Vorstellung von ihrem eigenen Leben durchzusetzen. Und Harry blinzelt blaublütig dazu?

Meghan hat in Harry das Trauma des Verlustes seiner Mutter wieder wachgerüttelt. Es rächt sich eben doch, wenn man beim falschen Psychiater war. Meghan werde von der Presse gehetzt und nicht mehr als Mensch gesehen. Was? Wo war Meghan nicht menschlich dargestellt? Da könnte man Kates Bikini-Fotos nennen, deren Verbreitung gerichtlich untersagt wurde. Meghan? Sie fiel immer wieder aus der Rolle. Das ist unprofessionell. Andererseits waren vom Sussex-Paar zahlreiche Szenen zu sehen, bei denen die grenze zur privaten Intimität schon fast nicht mehr gewahrt wurde. Auch das ist in höchstem Ma unprofessionell. Das liegt aber an den Darstellenden selbst und nicht an den Medien. Man muss den Medien keine intimen Momente bieten und schon bleiben sie auf Abstand.

Wenn die angebliche, ans Inhumane grenzende Mediendarstellung der britischen Boulevardpresse wirklich das Problem sein sollte, weswegen das Sussex-Paar sein eigenes Geld verdienen möchte, dann passen angeblicher Grund und angestrebte Folge nicht zusammen. Der Grund, die Pressedarstellung, könnte sehr rasch geändert werden. In 22 Tagen tritt England aus der EU aus. Dann herrscht die große Freiheit in Bezug auf neue Gesetzesinitiativen in England. Das Jammern über die Boulevard-Pressedarstellung könnte durch nur ein einziges Gesetz, das dem im Deutschland oder dem in den USA gleicht, beendet werden. Schon entfiele der Grund für das Sussex-Paar, längere Zeit in Nordamerika untertauchen zu müssen.

Die anderen Konflikte mit einigen Mitgliedern des Königshauses lösen sich dadurch noch nicht. Es muss ein Konflikt mit Kate dahinterstecken, denn sonst wäre die Neuigkeit nicht am Vorabend ihres 38. Geburtstages über die sozialen Medien an die Öffentlichkeit gekommen. Selbstbestimmte PR, die auch ja jeder und jede mitbekommen soll, hat funktioniert. Ist aber weder nobel noch royal.

So ganz versteht man als international versierter Adelsexperte die Aufregung eh nicht. Die schwedische Prinzessin Madeleine dachte vor einigen Jahren mit ihrem Ehemann Chris O’Neill in die USA auswandern zu müssen. Sie ist nun doch bei jedem voll- oder halbroyalen Event in Stockholm. Familienbande sind eben doch stärker, je länger sie bestehen. Ob sich Meghan in ihrer Ehe gerade einen Gefallen tut, wenn sie versucht, den familienintern megabeliebten Harry über den Teich zu entführen, wird sie selbst nach einiger Zeit selbst erkennen. Es ist nicht zu erwarten, dass Meghan der Queen ihren Lieblingsenkel gegen deren Willen entziehen kann. Deren Vergleich von Archie mit dem Jesuskind in ihrer letzten Weihnachtsansprache spricht Bände. Da hätte die Queen auch laut hupend durch London fahren können, um ihrem Unmut über Meghan Luft zu machen. Weder die Queen noch Prinz Charles werden Prinz Harry so einfach loslassen – und Prinz William schon gar nicht. Es gab Zeiten, da bestand für Harry die Gefahr übermäßigen Alkoholkonsums und des Drogenkonsums. Jetzt alles zu verlieren und dann bei null in Kanada anzufangen, könnte ein Auslöser für solche Gefahren sein. Prinz Harry braucht die enge Bindung an seine Herkunftsfamilie genauso wie er Meghan als Ehefrau liebt. Vielleicht war es ein Fehler, Meghan den Titel der Herzogin zu geben, Archie aber keinen Titel zu verleihen. Umgekehrt wäre besser gewesen. Doch was nicht ist, kann noch werden.

Im Übrigen haben andere Mütter mit einem acht Monate alten Baby genug zu tun. Man muss sein Baby nicht die ganze Zeit von der Nanny versorgen lassen.

Im Übrigen zeigen auch die Kosenamen, die Meghan für Harry („H“) und für Archie („Bubba“) ausgewählt hat, wenig Noblesse. Sie wirken äußerst gewöhnlich und despektierlich. Wenn Meghan nicht aufpasst, dann hat sie schneller als ihr lieb ist, eine Ehekrise. Rücksicht, Respekt, Pflichterfüllung, Verzicht auf eigene Lebensentwürfe etc. gehören zu jeder Ehe, auch zu einer Ehe mit einem britischen Prinzen.

Das britische Presserecht zu ändern und die Boulevard-Presse in die Schranken zu weisen, stünde schon länger auf der Agenda. Der Brexit macht’s nun very british möglich. Do it your way! God save the Queen.

 

Elke Göß

 

9. Januar 2019