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Die Gründe, die Hintergründe und das weitere Vorgehen bezüglich der Suspendierung von Erzbischof Georg Gänswein durch Papst Franziskus

 

Einleitung

1. Pressewirbel um angebliche Zwistigkeiten zwischen Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus wegen der Zölibatsfrage

2. Namens- und Bildrechte von Papst em. Benedikt XVI. bezüglich des Buches „Des profondeurs de nos coeurs“

3. Unerwartet schnelle Suspendierung aufgrund von bereits länger andauernder Unzufriedenheit mit der Arbeit von Erzbischof Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses

4. Zusammenarbeit von Papst Franziskus und von Papst em. Benedikt XVI. vor der Suspendierung von Erzbischof Gänswein

5. Seit mehreren Jahren liturgische Suspendierung  

6. Letzter offizieller liturgischer Auftritt anlässlich der Taufen

7. Die Zukunft von Erzbischof Gänswein ist offen

8. Möglicherweise bevorstehender Hausarrest und Schweigegebot für Erzbischof Gänswein in Regensburg

9. Möglicherweise Prozess mit Bezug auf das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. in einigen Monaten

10. Was bedeutet „Hausarrest“?

11. Erzbischof Gänswein ist ein strikter Gegner der „Eucharistischen Ökumene“

12. Einjähriger Jahrestag des Freispruchs von Elke Göß vor dem Amtsgericht Regensburg

Fazit

 

Einleitung

 

Erzbischof Georg Gänswein wurde von Papst Franziskus mit sofortiger Wirkung auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Lib & In-Autorin Elke Göß hatte diesen Schritt bereits seit längerem erwartet und schon öfters über die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Erzbischof Gänswein berichtet.

 

1. Pressewirbel um angebliche Zwistigkeiten zwischen Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus wegen der Zölibatsfrage

 

Anlass für die sofortige Freistellung vom Dienst ist die Rolle von Erzbischof Gänswein vor der Veröffentlichung des neuen Buches von Robert Kardinal Sarah „Des profondeurs de nos coeurs“. Der Name von Papst em. Benedikt XVI. und ein Foto waren auf dem Cover erschienen. Nach Ansicht von Lib & In-Autorin Elke Göß muss es an Erzbischof Gänswein gelegen haben, dass diese angebliche Panne zu einer Aufschäumung der entsetzten Reaktionen in der Presse geführt hat.

Einerseits kann man annehmen, dass Erzbischof Georg Gänswein die beiden Texte von Papst em. Benedikt XVI. an Robert Kardinal Sarah weitergeleitet hat und evtl. eine Hervorhebung des Namens des Papstes protegiert hat. Andererseits könnte es sein, dass die Äußerung des ZDF-Journalisten Jürgen Erbacher im heute Journal des ZDF vor Veröffentlichung des Buches „Des profondeurs de nos coeurs“, dass die Umgebung von Papst em. Benedikt XVI. diesen daran hindern hätte sollen, sich gegen den amtierenden Papst zu stellen, auf eine Initiative von Erzbischof Georg Gänswein hin erfolgte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Erzbischof Gänswein einerseits die inszenierte Spaltung zwischen Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus zelebrierte und dass er andererseits selbst mindestens einen Journalisten aufwühlte, dass Papst em. Benedikt XVI. zum Schweigen gebracht werden sollte. Dies wäre ein doppelbödiges Vorgehen von Erzbischof Gänswein, das man bereits öfters bei ihm vermuten konnte.

 

2. Namens- und Bildrechte von Papst em. Benedikt XVI. bezüglich des Buches „Des profondeurs de nos coeurs“

 

Es könnte sein, dass Erzbischof Gänswein noch ein weiteres doppeltes Spiel spielte. Erzbischof Gänswein muss vor der Veröffentlichung des Buches „Des profondeurs de nos coeurs“ bekannt gewesen sein, dass der Name Benedikts und dessen Foto auf dem Cover waren. Während des gesamten Pontifikates hat Papst Benedikt XVI. seine Namens- und Bildrechte immer exakt gewahrt. Sein Name und sein Foto durften nur mit seiner Zustimmung publiziert werden. Die Wahrung seiner Namens- und Bildrechte gilt bis 70 Jahre nach dem Tod von Papst em. Benedikt XVI. Dies ist bei Papst Franziskus anders. Sein Konterfei darf auf jedes Feuerzeug geklebt werden. Die Druckfahne für das Buch „Des profondeurs de nos coeurs“ muss über den Schreibtisch von Erzbischof Gänswein gegangen sein. Der inzwischen fast erblindete emeritierte Papst wird sich voll und ganz auf den Mitarbeiter verlassen haben, der ihm am längsten „dient“.

 

3. Unerwartet schnelle Suspendierung aufgrund von bereits länger andauernder Unzufriedenheit mit der Arbeit von Erzbischof Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses

 

Somit muss Erzbischof Gänswein bekannt gewesen sein, dass die starke Positionierung des emeritierten Papstes und die Nichtwahrung von dessen Namens- und Bildrechten nicht nur dem Willen von Papst em. Benedikt XVI. widerspricht, sondern auch den derzeit amtierenden Papst provozieren musste. Wenn Papst Franziskus wütend ist, ist er zu schnellen Maßnahmen fähig. Allerdings schwelte die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Präfekten des Päpstlichen Hauses schon seit Jahren. Immer wieder gab es Klagen, dass die Eintrittskarten für die Messen mit Papst Franziskus nicht transparent und verlässlich zu erhalten waren. Zahlreiche Klagen wurden bei den Schweizer Gardisten abgeladen, die keine Mitarbeiter des Päpstlichen Hauses sind und nur als „akustischer Mülleimer“ dienten.

 

4. Zusammenarbeit von Papst Franziskus und von Papst em. Benedikt XVI. vor der Suspendierung von Erzbischof Gänswein

 

Man kann davon ausgehen, dass beide Päpste vor der Suspendierung von Erzbischof Georg Gänswein zusammengearbeitet haben. Bisher hat Papst Benedikt XVI. bzw. Papst em. Benedikt XVI. seinen langjährigen Privatsekretär Georg Gänswein immer geschützt und ihn vor den Konsequenzen seiner Fehler bewahrt. Nun scheint Papst em. Benedikt XVI. die Suspendierung seines engsten Mitarbeiters befürwortet zu haben. Ohne die Einwilligung von Papst em. Benedikt XVI. wäre Papst Franziskus vielleicht sanfter vorgegangen und ohne die Mitwirkung von Papst Franziskus hätte Papst em. Benedikt XVI. seinen Privatsekretär nicht suspendieren können.  

 

5. Seit mehreren Jahren liturgische Suspendierung  

 

Bereits seit dem Beginn der Amtszeit von Papst Franziskus konnte Erzbischof Georg Gänswein nur eingeschränkt liturgisch in Erscheinung treten. Seit Jahren durfte er nicht bei den anderen Bischöfen und Kardinälen bei Papstmesse im Petersdom und auf dem Petersplatz sitzen. Stets wurde er bei Messe durch einen Sicherheitsmann bewacht.

 

6. Letzter offizieller liturgischer Auftritt anlässlich der Taufen  

 

Umso mehr verwunderte es, dass Papst Franziskus Erzbischof Gänswein am 12. Januar 2020 bei der Taufe von Kindern von Vatikanangestellten in der Sixtinischen Kapelle mitzelebrieren ließ. Erzbischof Gänswein zeigte sich wenig einfühlsam. Wenn er einem Baby das Kreuzzeichen auf die Stirn legen sollte, kniff er die Kinder der Vatikanangestellten anschließend in die Wange. Diese Übergriffigkeit ist keine seelsorgerliche Geste und dürfte manche Eltern befremdet haben.

Bei der Einsetzung der Eucharistie stand die Kamera direkt vor Erzbischof Gänswein, während dieser mehr als umständlich in seiner Hosentasche kramte, ohne etwas daraus zu entnehmen. Auch dieses Verhalten zeugte von keinerlei liturgischer Aufmerksamkeit.

Dieser öffentliche Auftritt am Sonntag, 12. Januar 2020 bei der Taufe in der Sixtinischen Kapelle scheint der letzte liturgische Auftritt von Erzbischof Georg Gänswein gewesen zu sein.

 

7. Die Zukunft von Erzbischof Gänswein ist offen

 

Berichte, Erzbischof Gänswein werde Präfekt des Päpstlichen Hauses bleiben, können derzeit noch nicht als bestätigt gelten. Fraglich ist zudem, ob Erzbischof Gänswein weiterhin der Privatsekretär von Papst em. Benedikt XVI. bleiben wird. Es könnte sein, dass der 63-Jährige von Papst Franziskus in den Vorruhestand geschickt wird. Absetzungen und Ernennungen werden vom Vatikan zeitgleich veröffentlicht. Eine Rückkehr auf den Posten des Präfekten des Päpstlichen Hauses erscheint unwahrscheinlich, da es Medienberichte gibt, dass sein Arbeitsbereich schon jetzt, gleich nach seiner Suspendierung, umstrukturiert wurde.

 

8. Möglicherweise bevorstehender Hausarrest und Schweigegebot für Erzbischof Gänswein in Regensburg

 

Zunächst wird Erzbischof Georg Gänswein am Abend des 5. Februar 2020 in Regensburg erwartet. Lib & In-Autorin Elke Göß rechnet damit, dass er ab morgen von Papst Franziskus in Regensburg oder Umgebung unter Hausarrest gestellt wird und ein Schweigegebot bekommt.

 

9. Möglicherweise Prozess mit Bezug auf das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. in einigen Monaten

 

Bereits früher hatte Lib & In-Autorin Elke Göß darauf hingewiesen, dass es Anzeichen gibt, dass demnächst ein interner Prozess im Vatikan bezüglich des Pontifikates von Papst Benedikt XVI. stattfindet. Als möglicher Termin war Elke Göß Mai 2020 genannt worden. Inzwischen scheint der Prozessbeginn auf einen späteren Zeitpunkt verlegt worden zu sein. Der Rücktritt des Chefs der vatikanischen Gendarmerie Domenico Giani im Oktober 2019 muss wahrscheinlich in diesem Zusammenhang gesehen werden.

 

10. Was bedeutet „Hausarrest“?

 

Hausarrest kommt einer Untersuchungshaft oder einer Gefängnisstrafe gleich. Bei einem Schweigegebot darf der betreffende nur mit engsten Familienangehörigen sprechen und nur über restringierte Themen. Die Besucherzahl wird begrenzt und die Zahl der Besuche ebenfalls. Man kann die Lage für Erzbischof Gänswein nach Einschätzung von Lib & In-Autorin Elke Göß mit „sehr ernst“ bezeichnen.

Bereits früher verbrachten suspendierte Geistliche Rekreationszeiten bzw. einen Hausarrest in Regensburg, beispielsweise der ehemalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Kardinal Müller oder der ehemalige Leiter der Regensburger Domspatzen Domkapellmeister i.R. Georg Ratzinger.

 

11. Erzbischof Gänswein ist ein strikter Gegner der „Eucharistischen Ökumene“

 

Die Zukunft von Erzbischof Gänswein, einem strikten Gegner der von Elke Göß projektierten „Eucharistischen Ökumene“ ist offen. Bereits seit Jahren schwelt der Konflikt. Immer wieder scheint Erzbischof Gänswein Angestellte und Familienangehörige im Umkreis von Papst Benedikt XVI. bzw. Papst em. Benedikt XVI. instrumentalisiert zu haben, damit sie krude Gerüchte über Elke Göß streuen. Vor allem die langjährige Sekretärin von Papst Benedikt XVI., die Schönstatt-Schwester Birgit Wansing, wäre hier zu nennen, aber auch die ehemalige Haushälterin von Joseph Kardinal Ratzinger Ingrid Stampa.

 

12. Einjähriger Jahrestag des Freispruchs von Elke Göß vor dem Amtsgericht Regensburg

 

Heute vor einem Jahr wurde Elke Göß in einem 14-monatigen Prozess vom Amtsgericht Regensburg wegen „Beleidigung u.a.“ freigesprochen. Damit gingen über zehn Jahre übelster Verleumdungen, Elke Göß sei paranoid-schizophren, zu Ende. Die Kosten trägt die Staatskasse.

Ob es einen Zusammenhang mit der heute erfolgten Suspendierung von Erzbischof Georg Gänswein durch Papst Franziskus gibt, ist Elke Göß nicht bekannt.

 

Fazit

 

Die Suspendierung von Erzbischof Georg Gänswein heute durch Papst Franziskus kam nicht unerwartet. Der heutige Tag, der 5. Februar 2020, überrascht vielleicht. Dennoch gab es bereits seit Jahren Anzeichen, dass Papst Franziskus mit der Arbeit des Präfekten des Päpstlichen Hauses, der noch von Papst Benedikt XVI. ernannt worden war und der diesem zugleich als Privatsekretär diente, nicht zufrieden sein konnte. Auch die liturgische Suspendierung von Erzbischof Gänswein konnte man seit Jahren im Petersdom und auf dem Petersplatz beobachten.

Erzbischof Georg Gänswein können zahlreiche doppelte Spiele vorgeworfen werfen. Zudem instrumentalisierte er das Personal von Papst Benedikt XVI. bzw. Papst em. Benedikt XVI. immer wieder, um Verleumdungen und Gerüchte streuen zu lassen. Erzbischof Gänswein ließ einen verantwortlichen Umgang mit Krisenphänomenen und eine Ernsthaftigkeit in der Wahrnehmung seines Aufgabenbereiches zeitweise vermissen. Er kam seelsorgerlichen Aufgaben und Verpflichtungen ungenügend nach. Mehrfach versuchte er durch inszenierte Pressewirbel Diskussionen und Entscheidungsprozesse in der römisch-katholischen Kirche unberechtigterweise mit hinterlistigen Mitteln zu beeinflussen. Erzbischof Gänswein lancierte eventuell gezielt Falschmeldungen oder rudimentär bearbeitete Nachrichten. Er stand einem Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche nicht nur kritisch, sondern grundsätzlich ablehnend gegenüber. In der Zölibatsfrage vertrat er eine heratisch starre Haltung, die der leicht flexiblen Auffassung beider Päpste, von Papst Benedikt XVI. und von Papst Franziskus, zuwiderlief. Mehrfach griff er bremsend und blockierend in absolut notwendige Neuerungsprozesse in der römisch-katholischen Kirche ein. Neben diesen Vorwürfen, die man aus bekannten Pressedarstellungen ableiten kann, gibt es Vergehen, die bisher nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind. Es darf angenommen werden, dass das Verhalten und die Verfehlungen von Erzbischof Georg Gänswein in einem internen Prozess im Vatikan thematisiert werden.

 

Elke Göß

 

5. Februar 2020

 

„Querida Amazonia“ steht der „Eucharistischen Ökumene“ nicht entgegen

 

Heute wurde das Schreiben „Querida Amazonia“ von Papst Franziskus veröffentlicht, das auf den 2. Februar 2020 datiert ist. Ich kann darin keine Absage an die „Eucharistische Ökumene“ und auch keine grundsätzliche Absage an die Weihe von Frauen zu Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirch erkennen. Theologisch referiert Papst Franziskus traditionell konservative Auffassungen, die den Status quo widerspiegeln. Manche mögen sich deshalb in ihrer Meinung bestärkt sehen. Doch bereits die Erwartung, dass sich die Wende bezüglich des Frauenpriestertums ausgerechnet im entlegensten Winkel der Welt in Gang setzen würde, war bereits keine realistische Wunschvorstellung. Papst Franziskus hat seine eigenen Träume und Visionen für das Amazonas-Gebiet ausführlich beschrieben. Umweltschutz und der Schutz der indigenen Völker haben für ihn Priorität. In Anbetracht dessen erscheint die Frage, ob verheiratete Diakone oder Frauen zu Priestern geweiht werden sollten, nur damit die Eucharistie öfters gefeiert werden kann, ein verschwindend kleines Problem in den Augen von Papst Franziskus. Die Mystik, Jesus Christus und die Kirche als Braut und Bräutigam zu erkennen, zeigt eine tiefe Spiritualität, doch mystische Vorstellungen sind zumeist weit ab von der Qualität von Dogmen. Nur ein Dogma besitzt den Rang eines lehrverbindlichen Schreibens. „Querida Amazonia“ hat den Status eines Briefes des Papstes. Aus Sicht der „Eucharistischen Ökumene“ klingt nur ein einziger Satz etwas problematisch. Er steht in Absatz 103: „Das bedeutet auch, dass Frauen einen echten und effektiven Einfluss in der Organisation, bei den wichtigen Entscheidungen und bei der Leitung von Gemeinschaften haben, ohne dabei jedoch ihren eigenen weiblichen Stil aufzugeben.“ Frauen können einen „eigenen weiblichen Stil“ zeigen, sie müsse es nicht. Man könnte sagen: Wenn Frauen einen eigenen weiblichen Stil pflegen wollen, dann bestehen für sie Möglichkeiten in Fülle. Die „Eucharistische Ökumene“ geht von der Gleichheit von Mann und Frau bezüglich des Priesterdienstes bzw. des Dienstes als Pfarrerin und Pfarrer aus.

 

Elke Göß

 

(1) Vgl. Papst Franziskus (2020): Nachsynodales Apostolisches Schreiben "Querida Amazonia - an das Volk Gottes und an alle Menschen guten Willens, erschienen am 12. Februar 2020, http://w2.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20200202_querida-amazonia.html,12.02.2020

(2) Papst Franziskus (2020): Nachsynodales Apostolisches Schreiben "Querida Amazonia - an das Volk Gottes und an alle Menschen guten Willens, erschienen am 12. Februar 2020, http://w2.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20200202_querida-amazonia.html,12.02.2020

 

12. Februar 2020

 

 

Ida Friedericke Görres referiert von Hanna Gerl-Falkovitz: Entspricht die Darstellung wissenschaftlichen Kriterien und ist sie grundgesetzkonform?

 

Eklezistisches, Gestottertes – das soll ein Vorbild für Frauen in der römisch-katholischen Kirche sein? Wer einen Film sehen möchte, nachdem er an der Zukunft der römisch-katholischen Kirch zweifelt, kann diesen Beitrag ansehen: „Die Verwandlung der Welt durch die Frauen in der Nachfolge Jesu: Ida Friedericke Görres“. Eine Aufzeichnung eines Beitrages der 74-jährigen Prof. Dr. Hanna Gerl-Falkovitz, Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin in der 27. Theologischen Sommerakademie“ am 6. September 2019 in Augsburg.(1)

Blut- und Wundenmystik, Erotik jenseits des guten Geschmacks, zusammenhangloses Stochern, was Frauen in der Kirche bewirken können, Verwendung von Fachbegriffen für Sprachfetzen, unsystematisches Aneinanderreihen von Gedankenblitzen, Aktualisierung längst obsoleter katholischer Beichtpraxis, Vorbildlichkeit einer Frau, die weder mit der Religion noch mit der Kirche noch mit der Welt zurechtkommt. Und dies alles in einer „Sommerakademie“, an der nichts akademisch ist. Eine Aufzeichnung nicht etwa aus den 1950er Jahren, sondern vom 6. September 2019 in Augsburg. Die Referentin, mit frischer Föhnwelle, häuft akademische Qualifikationen an, die es sonst nirgends gibt: „Sprach- und Politikwissenschaftlerin“. Es gab und gibt keinen Ausbildungsgang für „Sprach- und Politikwissenschaft“. So wird Bildung geschreddert. Dieser Beitrag enthält keinerlei Elemente, die Wissenschaftlichkeit beanspruchen könnten. Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz wurde von der TU Dresden 2011 emeritiert. Ihr Lehrstuhl wurde geschlossen. „Inzwischen leitet sie das neu gegründete Institut EUPHRat („Europäisches Institut für Philosophie und Religion“) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien.“(2) Die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. gilt als die einzige papstnahe Hochschule im deutschsprachigen Raum. Sie möchte eine qualifiziert hochwertige Ausbildung bieten. Bezüglich der zeitgemäß adäquaten Wahrnehmung, Darstellung und Weiterbildung von Frauen werden offensichtlich höchst rückschrittliche, unqualifizierte Vorbilder exemplifiziert. Eine genauere Untersuchung, ob solche als Lehrmeinung getarnten Darstellungen dem Grundgesetz entsprechen, wäre empfehlenswert.

Keine Macht den Frauen, die uns weismachen wollen, dass Frauen so rückständig, so impulsiv konfus, so zerrissen, so stockend und ziellos sein sollten wie die angeblich beispielhafte Ida Friedericke Görres (gestorben vor 45 Jahren)(3) und wie Hanna Gerl-Falkovitz(4).

 

Elke Göß

 

(1) Vgl. „Die Verwandlung der Welt durch die Frauen in der Nachfolge Jesu: Ida Friedericke Görres“ mit Prof. Dr. Hanna Gerl-Falkovitz, 27. Theologische Sommerakademie, 6. September 2019 in Augsburg, gesendet von k-tv am 16. Februar 2020, 11-12 Uhr

(2) Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, https://de.wikipedia.org/wiki/Hanna-Barbara_Gerl-Falkovitz,16.02.2020

(3) Vgl. Ida Friedericke Görres, https://de.wikipedia.org/wiki/Ida_Friederike_G%C3%B6rres,16.02.2020

(4) Vgl. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, https://de.wikipedia.org/wiki/Hanna-Barbara_Gerl-Falkovitz,16.02.2020

 

 

16. Februar 2020